Ground Control2: Operation Exodus
Category : Games
Published by Marc Büchel on 30.09.04
Ground Control ist die neue Strategiereferenz und dabei so schön anzusehen als hätte man FarCry mit CnC Generals gekreuzt.

Einleitung
Wir befinden uns im Jahre 2741. Nach dem ersten Krieg im Vorgänger trennte sich der Weltraum in eine innere und eine äußere Sphäre. In der Äußeren bildete sich die Nordstern-Allianz (NSA), die fortan ein Leben in Harmonie und Einklang zwischen allen Planten ermöglichte und die Schrecken des Ersten Krieges vergessen ließ. Ground Control 2 spielt ca. 200 Jahre nach den Ereignissen des ersten Teils und handelt vom Konflikt zwischen der Northern Star Alliance (NSA) und der terranischen Allianz. Die Innere Sphäre geriet in Vergessenheit. Gerüchte über Tyrannei, Erziehungslager und anderen Schrecken veranlasste die Menschen dazu, Augen und Ohren zu verschließen und sich nicht um die Innere Sphäre zu kümmern. Bis zu dem Tag an dem eine riesige Flotte der „Terraner“ ohne Warnung auftauchte und fortan begann, die Welten der NSA systematisch anzugreifen. 20 lange Jahre tobte Krieg, bis die letzte Flotte der NSA ausgelöscht wurde. Doch obwohl die Truppen der NSA nun so gut wie über die gesamte äussere Sphäre verteilt waren, ordnete Königin Vlaana an, diese in einem Bodenkrieg zu zerstören. Sie und Ihr Alter Ego Captain Jacob Angelus sind eine der letzten Truppenverbände der NSA die erbitterten Widerstand leisten und die Hoffnung auf eine Wende des Krieges aufrechterhalten.
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Prinzip

Die Entwickler von Massive Entertainment sehen ihr Spiel weniger als Vertreter der Echtzeitstrategie, sondern vielmehr als ausgewachsene Echtzeittaktik. Obwohl man Ground Control 2 auch locker mit Größen des beliebten Genres der Echtzeitstrategie verwechseln könnte, überrascht es doch mit angenehm überraschenden Eigenarten: Anders als der Generekönig Commander and Conquer Generäle verzichtet Ground Control 2 auf einen Basisbau. Stattdessen bekommen Sie zu Beginn eine bestimmte Anzahl an Truppen zur Verfügung gestellt mit denen es gilt, Ihre Widersacher geschickt auf dem feindlichen Terrain zu besiegen. Wenn Sie nun glauben dadurch verliere Ground Control viel am taktischen Tiefgang irren Sie sich, es besteht nämlich die Möglichkeit jederzeit per Dropship Nachschub anzufordern – Vorausgesetzt Sie haben sich genügend Beschaffungspunkte (BPs) verdient, diese verdienen sie auch nicht wie bei üblichen Titeln durch Rohstoffabbau sondern durch das einnehmen der so genannten Siegespunkten die auf den Karten verteilt sind, währenddem Sie mittels der Landungspunkte ihr Dropship anfordern können.
Original Image
Ihre Einsätze drehen sich dadurch häufig ausschließlich um die Einnahme dieser strategisch sehr wichtigen Sieg- und Landungspunkte.Bei Einnahme eines Siegpunktes bekommen Sie BPs zugeschrieben, die Sie dann in neue Einheiten oder in Verbesserung Ihres Dropships investieren können. Gleiches gilt auch für die Landungspunkte. Diese sind auf den Karten zwar rar, bieten dafür aber ausreichend Platz für die Landung Ihres Dropships, mit dem Sie nun per Mausklick neue Einheiten in das Kampfgebiet befördern können.

Dieses Prinzip bildet die Grundlage für die Singleplayer – Missionen, die von den Entwicklern in zwei Kampagnen untergebracht wurden. Zunächst befehligen Sie die Truppen der NSA, danach dürfen Sie die Kontrolle über die Viron- Aliens übernehmen. Ebenfalls für Frust sorgt, vor allem bei der Überwindung von großen Strecken, die auffallend schlechte Wegfindung der Einheiten, so dass man des Öfteren manuell nachhelfen muss. Das Gleiche gilt für die Gegner-KI, deren Handlung teilweise nicht nachvollziehbar ist und die sich durchaus ohne Regung von gut platzierten Scharfschützen niedermetzeln lässt.Wie sich das für ein anspruchsvolles Strategiespiel gehört, führt blindes Anstürmen nie zum Erfolg. Dank realistischer Sicht- und Schusslinien lässt sich das 3D-Terrain perfekt nutzen um den Gegner zu überraschen, dadurch richten Einheiten auf Anhöhen mehr Schaden an, außerdem kann man sich wunderbar hinter Gebäuden oder sogar in Wäldern verstecken, in letztere können Sie sogar Ihre Infanterie hineinbugsieren um Ihren Gegner in einen Hinterhalt zu führen.
Die Infanterie kann diese natürlich auch betreten und den Gegner geschützt unter Beschuss nehmen. Ground Control 2 bietet dem Spieler alle erdenklichen taktischen Möglichkeiten, dies auch weil beinahe alle Einheiten die Sie befehligen können über einen Sekundarmodus vearfügen. Zwar bleibt das Spielprinzip immer dasselbe und dreht sich ausschließlich um die Einnahme von Sieg- und Landepunkten, doch der Weg zum Sieg gestaltet sich ständig anders und sorgt für Abwechslung.
So müssen Sie beispielsweise in der dritten Mission unter dauerndem Artilleriebeschuss einen Strand einnehmen welcher Sie sicher auch an den D-Day erinnern wird, was Ihnen nur durch Schnelligkeit und einen gut durchdachten Frontalangriff gelingen wird. Andere Missionen hingegen bieten sich geradezu an, dem Gegner in den Rücken zu fallen oder ihm in den Häuserschluchten in einen Hinterhalt laufen zu lassen.

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Ausblick
Die abwechslungsreich gestalteten Missionen werden fast immer mit einem kurzen Briefing in Echtzeitgrafik eingeleitet, dabei sorgen neben der fantastischen Grafik ganz besonders die Gespräche zwischen dem General und Captain Angelus für jede Menge Atmosphäre. Man hat während dieser Missionen endlich mal wieder das gute Gefühl, eine richtig spannende Geschichte spielerisch mitzuerleben und ist aufgrund der anspruchsvollen Aufgaben auch ständig gefordert.

Tolle Wasserlandschaften, in denen Wale auf und ab tauchen, Vögel die den Himmel bevölkern oder einfach die detailreichen Einheiten (selbst die Schuhprofile lassen sich erkennen) lassen einen des Öfteren mit offenem Mund vor dem Bildschirm sitzen. Das Ganze perfekt in Szene setzt die komplett frei Original Imagebewegliche Kamera, die zwar etwas umständlich zu bedienen ist, aber dafür alle erdenklichen Zoom- und Drehfreiheiten gewährt. Nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch sehr praktisch für Überraschungsangriffe und schnelle Truppenverlegungen sind die Wettereffekte, von Regen über Schneefall und Sandstürme ist alles vertreten. Wer den Singelplayer satt hat, darf sich in dem umfangreichen Mehrspielermodus austoben. Bis zu acht Spieler dürfen sich auf Deathmatchkarten untereinander messen.

Dazu besteht die Möglichkeit im Kooperationsmodus alle Kampagnen-Missionen noch einmal in beliebiger Reihenfolge durchzuspielen. Vor jeder Mission teilt man einfach alle Einheiten untereinander auf und zieht alsbald gemeinsam in den Krieg.Doch nicht nur die Grafik ist exzellent ausgefallen, auch die musikalische Untermalung bedarf besonderer Erwähnung, denn die gebotenen Stücke sind alles andere als fahles Standartgeklimper und sorgen für einiges an glaubhafter Atmosphäre.

Genau wie die hervorragenden Sprecher der deutschen Version: Zwar hat man gerade zu Beginn des Spiel noch das unangenehme Gefühl, als kämen die Sprecher nicht so richtig aus sich heraus, doch spätestens nach den ersten paar Missionen tauen die Damen und Herren so richtig auf und man ist schließlich doch von ihrem verbalen Können überzeugt. Lediglich das genretypische Problemchen mit den nervenden Befehlsbestätigungen ist auch hier wieder vorhanden und obwohl die Kommentare der Einheiten ganz gut gelungen sind, wird man schon bald zum virtuellen Lautstärkeregler greifen.

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Fazit
Ground Control 2 spielt sich durchgehend realistisch und logisch ab. Sichtlinien und 3D-Terrain lassen alle nur möglichen taktischen Freiheiten und erlauben es, immer wieder neue Formationen auszuprobieren. Einzig die schwache Gegner-KI verwehrt dem Spiel den Sprung in eine höhere Wertungsklasse. Liebhaber des Szenarios die der ständigen Weltkriegsstrategie nichts abgewinnen können, dürfen sich Ground Control 2 aber keinesfalls entgehen lassen.

Pro vs Contra
+ Wunderschöne Grafik, als hätte man Generals mit Far Cry verkuppelt
+ Gelungnes Gameplay
+ Gute Synchronisation
+ taktisch anspruchsvoll
+ Kooperativ Modus

- Wegfindung zuweilen ein wenig sonderlich
- Terraner sind leider nicht Spielbar

Ein super Spiel welches sicherlich nicht im Hause eines guten Taktikers fehlen sollte, gelungene Sprach- und Soundsausgabe sowie die beinahe „echte“ Graphik sind echte Argumente die für diesen Titel sprechen