Wohin wird AMD Vega uns führen?

Bekommen wir einen Titan X-Killer?

Eine der Hauptattraktionen der diesjährigen CES war zweifellos AMD mit näheren Informationen zur anstehenden GPU-Architektur Vega. Auch von außen betrachtet ist es sehr erfreulich, dass das Unternehmen mit Vega und Ryzen scheinbar wieder Produkte entwickelt, die mit der Konkurrenz mithalten können. „Scheinbar“, weil AMD selbst in der Vergangenheit bereits mehrmals hohe Erwartungen geschürt hat und diese dann nicht einhalten konnte. Dementsprechend warten wir ab, bis wir die Produkte tatsächlich selbst getestet haben.


Wie erwähnt hat AMD die Architektur seiner anstehenden Vega-Karten auf der Veranstaltung näher beschrieben. Entgegen der Hoffnung vieler Hardware-Fans hat AMD Vega nicht gezeigt oder sogar angekündigt. Da der Chip sich aber wahrscheinlich noch in einer sehr frühen Entwicklungsphase befindet, war eine solche Präsentation der Architektur wohl das Höchste, worauf wir hoffen konnten.

Unsere Fragen sind also, was AMD an der inzwischen fünf Jahre alten GCN (Graphics Core Next)-Architektur verbessert hat und welche Auswirkungen dies auf die Performance hat.

Hier ist kurz zu erwähnen, dass wir nicht sämtliche Änderungen im Detail besprechen, sondern uns auf die unserer Meinung nach wichtigsten Architekturneuerungen konzentrieren werden. Abgesehen von den angeschnittenen Leistungssteigerungen werden wir uns in mehr oder minder freien Spekulationen auf Basis der offiziellen AMD-Benchmarks der Live-Systemvorführungen ergehen.

Wie schon Fiji verwendet Vega HBM-Speicher, dieses Mal jedoch in der zweiten Generation namens HBM2. Dabei wird der VRAM direkt neben der Main-GPU platziert, so dass uns - wieder - ein Multi-Chip-Modul bevorsteht. Außerdem wurde die Speicherhierarchie komplett überarbeitet, so dass der Speicherzugriff so deutlich effizienter vonstattengehen sollte. Beides zusammen hilft voraussichtlich dabei, wie die ohnehin schon sehr hohe Bandbreite adressiert wird.

AMD hat die komplette Rendering-Pipeline überarbeitet, damit der Chip Clock-Cycles so effizienter nutzen kann, so dass sich die IPC-Performance allgemein verbessern sollte. Zweifellos eine der größten Änderungen ist der neue Support für 8-bit- und 16-bit-Ops. Theoretisch sollte das sogenannte Rapid Packed Math-Feature es der Vega-NCU (Next Compute Unit) ermöglich, auf viermal mehr Operationen pro Clock-Zyklus als die GCN-Architektur durchzuführen.

Im Großen und Ganzen hat AMD eine Menge Zeit für die Entwicklung von Lösungen, um sämtliche Ressourcen effizient zu nutzen, aufgewandt. Anders gesagt sollte Vega die Effizienz des gesamten Chips gegenüber der fünf Jahre alten GCN-Technologie enorm verbessern.

Kommen wir zu den eigentlichen Performance-Demonstrationen. Auf der CES hatte AMD Bildschirme aufgebaut, auf denen Doom 3 und Star Wars Battlefront liefen. Die Auflösung lag bei UHD und andere Webseiten nennen Grafikeinstellungen von Ultra für beide Spiele.
Mit diesen Prämissen hat ein Rechner, der auf einer AMD Ryzen-CPU und einer Vega-Grafikkarte basierte, zwischen 60 und 75 FPS wiedergegeben. Das ist an und für sich eine beeindruckende Ziffer und liegt deutlich über dem, wozu Pascal oder Fiji in der Lage sind. Tatsächlich ist dies Nvidia Titan X-Niveau. Da AMD uns jedoch in der Vergangenheit so oft mit übertriebenen Erwartungen enttäuscht hat, vertrauen wir vorerst nur den Werten, die bei unseren eigenen Tests herauskommen. Nichtsdestotrotz wäre es für uns alle natürlich eine freudige Botschaft, falls diese Zahlen sich als wahr herausstellen, da Konkurrenz das Geschäft belebt. Vielleicht sänken so auch die Grafikkartenpreise endlich in annehmbarere Regionen.

Abschließend lässt sich sagen, dass es für AMD wichtig ist, Vega so schnell wie möglich zu veröffentlichen. Wir hoffen ernsthaft, dass die Architektur noch im ersten Quartal dieses Jahres angekündigt wird, da Nvidia seinen Pascal-Refresh bereits zum 2. Quartal geplant hat und diese Karten die Messlatte noch einmal höher hängen werden.




Quelle: Techpowerup

News by Luca Rocchi and Marc Büchel - German Translation by Paul Görnhardt - Italian Translation by Francesco Daghini


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